Stolz

DEM 2015 mit drei Medaillen abgeschlossen

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Winsen an der Luhe ist eine wohlhabende Kleinstadt im Speckgürtel Hamburgs. Das merkt man der großzügigen WinArena, Austragungsort der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Ju Jutsu, durchaus an. Vier erstklassige Mattenflächen, eine große Aufwärmmatte und ausreichend Platz für Wettkämpfer, Betreuer und Zuschauer finden unser Gefallen, zumal wir letzten Samstag bei den Schülermeisterschaften mit sehr viel weniger zufrieden sein mussten.

Vier Wettkämpfer hat der SV Groitzsch gemeldet, allesamt Mitglieder des sächsischen Landeskaders. Zu Recht, wie sich zeigen sollte.

Aber immer schön der Reihe nach. Freitagabend geht es erstmal für Tilman auf die Waage. Samstag ist er dran. Die U21 soll ab 12:30 starten. Das ist angenehm zu wissen. Es geht also ausgeruht in den ersten Kampf gegen den ehemaligen Bundeskaderathleten Yannick Kern. Der war letzten Herbst nicht gut in Form und so stellten wir uns auf einen leichten Sieg ein. Denkste. Yannick ging sehr viel offensiver und spritziger zu Werk als erwartet und so blieb der Kampf bis zur letzten Sekunde spannend. Tilman konnte einen Punkt Vorsprung erarbeiten. Knapp aber gewonnen. Der zweite Kampf war deutlich klarer. Tilman dominierte von Anfang an und ließ nichts anbrennen. Und damit stand er auch schon im Finale, das leider wegen einer mehr als dreistündigen Pause auf sich warten ließ, während die Hitze in der Halle zunehmend unangenehm wurde. Dort traf er auf Max Straub aus Hanau. Ein alter Bekannter, der in den Vorkämpfen gezeigt hatte, dass er erstklassig vorbereitet ist. Tilman lässt sich bekanntermaßen nicht einschüchtern und ging offensiv in den Kampf aber Max war einfach agiler und schneller und gewann verdient. Nach einer intensiven Vorbereitung und nur einen Tag nach seinem Abitur wurde Tilman damit Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft, womit wir alle mehr als zufrieden sind, zumindest für dieses Jahr.

Am nächsten Morgen wurde Jana in der U18, -57Kg gleich als erste aufgerufen. Gut so, denn es blieb keine Zeit nervös zu werden. Sie ging klar und konzentriert zur Sache, entschied ihre ersten beiden Kämpfe  vorzeitig und stand damit, wie übrigens alle unsere Kämpfer, im Halbfinale. Dort unterlag sie knapp und kam in den Kampf um Platz drei. Leider reichte die Kondition nicht aus und so musste sie sich der ebenfalls nicht mehr frischen Gegnerin letztlich geschlagen geben. Fünfte von vierzehn mit zwei Full Ippons ist für die erste Teilnahme an einer DEM ein tolles Ergebnis.

Als nächster stand Leo auf der Matte. U18, -81, das sind schon ganz robuste Kerle. Der erste Kampf gegen Lukas Wittich aus Bernau endete erwartungsgemäß mit einem 14:0 Sieg für Leo. Das hatten wir beim Sachsen Cup und in Bernau bereits erprobt. Levin Hellstern aus Hamburg kannten wir nicht. Leo fand zunächst gut in den Kampf, arbeitete einen Vorsprung von drei Punkten heraus und schien diesen auch halten zu können, als Levin uns mit einem beeindruckenden Kraftakt überraschte. Aus der Bodenlage gelang es ihm Leo auszuheben, zu werfen und sogleich in eine gute Festhalte zu gelangen. Also ging es auch für Leo in die Trostrunde und den Kampf um Platz drei. Ebenfalls kein ganz leichter Kampf aber Leo hatte seinen Gegner gut im Griff und konnte sogar noch kurz vor Schluss das zweite 14:0 besiegeln. Bronze und damit für uns die zweite Medaille in dieser DEM.

Als letzte kam endlich Emy zum Zug. Im der ersten Begegnung traf sie auf die Basdorferin Carolin Franke. Man kennt sich und so war niemand überrascht, dass Emy einen klaren Sieg davontrug. Dass es so weitergehen würde, hatten wir aber bestenfalls gehofft. Emy hatte sich sehr intensiv vorbereitet und war konditionell und technisch gut in der Lage, die besprochene Taktik jeweils umzusetzen. Sie gewann auch die beiden folgenden Kämpfe und stand damit, wie ihr Freund Tilman am Vortag, im Finale. Die knappe Führung wechselte mehrfach zwischen den beiden Kämpferinnen. 13 Sekunden vor Schluss führt Emy mit einem Punkt und die Sensation ist zum greifen nahe. Ihre Idee in einem schnellen Übergang das Ergebnis zu sichern geht aber nicht auf. In letzter Sekunde gewinnt ihre Gegnerin Melissa Markert nach Punkten und Emy hat die dritte Medaille für den SV Groitzsch erobert.

Nach den zwei Medaillen bei der Deutschen Schülermeisterschaft am vergangenen Samstag konnten die älteren Sportler damit eindrucksvoll bestätigen, dass unsere kleine Wettkampftruppe leistungsstark ist und sich auch auf Bundesebene nicht zu verstecken braucht. Für mich war das ein sehr aufregendes und emotionales Wochenende und ich danke den Wettkämpfern für diesen großartigen Erfolg.

 

Deutsche Schülermeisterschaft

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U15 zeigt was sie kann

Erst seit 2012 findet die Deutsche Schülermeisterschaft statt, in der ausschließlich die Jugend U15 sich messen kann. Wir waren zum ersten Mal dabei.

Die Klinkerhallen in Zeitz sind für uns vertrautes Terrain. Einige von uns nutzen regelmäßig Trainings- und Lehrgangsangebote des großen und engagierten Nachbarvereins. Dennoch waren Johanna, Vivi und Linus alles andere als gelöst. Immerhin ihre erste Deutsche Meisterschaft. Außentemperaturen von über 30 Grad im Schatten und bis zum Anschlag gefüllte Klinkerhallen, 111 Fighter und 12 Duos samt Trainern, Betreuern und Zuschauern sind am oberen Limit der Location, trugen das ihre bei und so verwundert es nicht, dass neben jeder Matte auch ein Eimer bereit stand, falls der Magen nicht durchhält.

Ein Blick in die Liste zeigte, dass der Tag für jeden der drei sowohl bekannte als auch neue Gegner bereithielt. Die Anspannung war mit Händen zu greifen.

Als erste war Johanna dran, gewann ihren ersten Kampf knapper als erwartet und war eine Runde weiter. Die folgenden Kämpfe konnte sie aber nicht für sich entscheiden und musste sich am Ende mit einem achtbaren fünften Platz zufrieden geben.

Linus zeigte bereits im Vorfeld Nerven, stolperte im ersten Kampf über die eigenen Füße, rappelte sich aber wieder auf und zeigte gegen den späteren Deutschen Meister einen ordentlichen Kampf, der jedoch unter seinen Möglichkeiten blieb und zurecht an den Gegner ging. Aber jetzt war er aktiviert, hatte seine Nerven fortan im Griff und gewann die folgenden beiden Kämpfe klar. Damit konnte er gleich bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft und trotz der noch spürbaren Verletzung aus der Gruppenmeisterschaft eine Silbermedaille mitnehmen.

Bei Vivi gab es ebenfalls Erfolge und Misserfolge wobei sie eine gute Einstellung zeigte und couragiert kämpfte. Unterm Strich sprang eine Bronzemedaille und damit ein Platz auf dem Siegerpodest heraus.

Aus Trainersicht war das ein guter Einstand des Fighting Teams in dieses Turnier. Glückwunsch an „meine“ Kids. Ich bin mal wieder sehr stolz auf Euch.

GEMO 2015

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Zweite Station im offiziellen Zyklus ist die Gruppenmeisterschaft. Nachdem die Ergebnisse im Land nicht besser hätten sein können und auch sonst das Frühjahr sehr erfolgreich verlief, sind die Erwartungen an das Team hoch. Austragungsort ist dieses Jahr Zwickau und damit die Anreise angenehm kurz. Von neun qualifizierten Kämpfern war nur einer mit gutem Grund entschuldigt Der Rest trat an, um sich für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. Das gelang immerhin sieben aus acht. Ein sehr erfreuliches Gesamtergebnis.

Max konnte sich in einem starken Umfeld zunächst gut behaupten, musste aber letztlich doch zwei Kämpfe abgeben und wurde Vierter. das genügte zwar für die Qualifikation aber nicht für Max’ hohen eigenen Anspruch. Aber so geht ist es nun mal, die anderen trainieren auch hart.

Valentine konnte leider den Kopf nicht freimachen und hatte einen denkbar schlechten Tag. Zwar blitzte immer mal wieder ihr Potential auf aber das genügt in der Gruppe nicht. Schwamm drüber, das nächste Mal läuft’s wieder besser.

Alle anderen setzten sich überwiegend klar durch und so kamen doch noch eine Silbermedaille für Vivi und 5 Meistertitel (Jana, Johanna, Linus, Emi, Tilman) zustande. Bemerkenswert aus meiner Sicht vor allem Jana, der es gut gelungen ist ihre anfängliche Nervosität zu überwinden und ihre Leistung abzurufen, Tilman, der wieder einmal neben seinen regulären Gegnern auch zwei Senioren zu überwinden hatte und Linus, der seinen letzten Kampf trotz dreier stark geprellter Zehen austrug. Man konnte durchaus sehen, dass die Schmerzen sein eigentlicher Gegner waren aber das hielt ihn nicht ab auch diesen Kampf souverän zu gewinnen.

Damit schnitt der SV Groitzsch als drittbester Verein im Gesamtvergleich ab, was angesichts der Teamstärke ein mehr als achtbares Ergebnis ist.

 

Standortbestimmung

Bernau 2015

Standortbestimmung im Norden Berlins. Mit über 200 Kämpfern aus 10 Bundesländern und Dänemark ist das Frühlingsturnier in Bernau ein guter Gradmesser für den Trainingsstand des Fighting Teams. Abfahrt ist um sechs Uhr morgens. Einige der frühen Vögel vermitteln zwar nicht den Eindruck als könnten sie schon einen Wurm fangen aber es sind alle pünktlich da und mit immerhin 10 Kämpfern und ihrer Entourage geht es auf die Piste.

Max, der ja bereits zum Sachsencup und zur SEM gezeigt hat, dass er seine Verletzung gut auskurieren konnte, hatte das größte Feld. Sein zweiter Platz bei einem Feld von dreizehn Kämpfern verdient besondere Erwähnung. Aber auch bei allen anderen lief es überwiegen rund und so hielten wir zum Schluß 5 Gold- (Jana, Emi, Linus, Mario, Leo), 3 Silber- (Max, Johanna, Vivi) und zwei Bronzemedaillen (Valentine, Tilman) in den Händen. Genug für Platz 4 und damit für einen der fünf ausgelobten Mannschaftspokale. Damit hat das Fighting Team wieder einmal gezeigt, dass es sich auch vor starker Konkurrenz nicht verstecken muss und trotz der vergleichsweise geringen Mannschaftsstärke durchaus vorne mitmischen kann. Die Stimmung auf dem Rückweg war entsprechend gut, wenn es auch nach einigen Kilometern deutlich ruhiger wurde.

In der Form geht es voller Zuversicht in die nächste Runde, nämlich zur Gruppen EM Ost.