Abgeseilt

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Normalerweise seilen sich unsere Kaderathleten ja nicht ab, wenn’s ums Training geht aber diesmal war das ausdrücklich erlaubt. Bereits seit gut zwei Jahren war dieses Ereignisses in der Pipeline. Am ersten Septemberwochenende ging es endlich los. Leider konnten nicht alle mitmachen und am Ende war es fast wie ein erweiterter Familienausflug der Familien Kurth und Richter. Der aber war mehr als gelungen.

Altweibersommer, wie er schöner nicht sein kann in der sächsischen Schweiz. Wir treffen uns mit unserem Bergführer und Vizepräsidenten Leistungssport Jan Erth in Pirna, fahren noch ein paar Kilometer bis Weißig und von da aus geht es zu Fuß zum Ziel. Proviant uns Ausrüstung werden fair auf die Rucksäcke verteilt. nach ein paar Minuten sind wir schon auf der Elbfähre und wenig später am ersten Kletterfelsen. Die Sächsische Schweiz hat ihre eigenen Regeln, denn der Sandstein ist porös und brüchig. Jan kennt sich aus, steigt souverän vor und gibt uns Sicherheit. Die Bewegungen im Fels sind zwar ungewohnt aber alle erreichen den Gipfel ohne größere Probleme. Strahlender Sonnenschein, eine hervorragende Fernsicht und das gute Gefühl etwas Neues gemeistert zu haben lassen auch unsere Gesichter stahlen. Jedenfalls für eine Weile. dann geht es wieder runter. Abseilen. Wer das schon mal gemacht hat weiß vielleicht, wie seltsam es sich anfühlt, dem Seil zu vertrauen und sich rücklings in den Abgrund fallen zu lassen. Aber oben bleiben ist keine Option und zurückkraxeln mag auch keiner. Beim zweiten Mal fühl es sich schon viel besser an.

Die Nacht verbringen wir in einem der großen Überhänge, die es hier überall gibt. Nächste Herausforderung, Feuer machen mit dem Feuerstahl. Da das Brennmaterial nicht wirklich trocken ist, nimmt das eine ganze Weile in Anspruch aber es gelingt.

Der nächste Tag beginnt mit einem kräftigen Frühstück und dann geht es auf zum Highlight des Wochenendes. Der Mönch soll bestiegen werden, eine Dreiseiltour. Der Einstieg hat es in sich und ich gestehe, einen zweiten Versuch beansprucht zu haben. Man ist ja keine 50 mehr. Dann der Schreck des Tages, hinter der ersten Zwischenstation ist ein Kamin zu klettern und Leos Fluchen beunruhigt Emmy und mich zutiefst. Wenn der Bursche schon hadert, wie sollen wir das schaffen? Es geht dann aber überraschend gut. Oben angekommen kippt allmählich das Wetter und wir sehen in nicht allzu großer Entfernung ein Gewitter anmarschieren. Trotzdem, schnell noch das letzte Stück auf den Gipfel und ins Gipfelbuch eintragen wollen wir uns nicht nehmen lassen. Dann wird wieder abgeseilt. Der Regen kommt und geht, hält sich aber in Grenzen. Das Gewitter verschont uns und die drei Seillängen laufen fast schon routiniert.

Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir wieder an der Fähre. Auf der anschließenden Heimfahrt ist es erstaunlich still im Bus. Wir sind uns einig, das war ein tolles Wochenende und nächstes Jahr gehen wir segeln.

Dit war jut

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Gemeinsames Trainingslager mit Landeskader Brandenburg

 

Der Termin war rechtzeitig bekannt, besser gelegen war er dadurch nicht. Das letzte Augustwochenende war für die Sachsen eben auch das letzte Ferienwochenende und so fanden sich nur vier Sachsen zum Trainingslager in Wandlitz ein, darunter meine beiden Großen, Tilman und Leo.

Die JH Wandlitz ist eine offen angelegte moderne Herberge direkt am Wandlitzsee. Sehr einladend, wäre das Wetter auch nur annähernd so freundlich gewesen, wie die Herbergseltern.

Kurze Einweisung durch Martin Scheibe,  Zimmer beziehen, Matten ausladen  und zu guter Letzt Essen gehen. Es geht auch ohne schönes Wetter.

 

Samstag früh sorgt ein kleiner Lauf vor dem Frühstück dafür, dass alle wach und gut eingestimmt sind. Dann geht es zur Sache. Aufwärmen mit dem Programm der Fifa, anschließend Schnellkraft im Part I. Entsprechend schnell vergeht auch die Zeit. Nachmittags sind Übergänge vorgesehen und natürlich immer wieder Randori. Das Programm ist perfekt angelegt. Die Belastung wird über den Tag ordentlich hochgefahren. Der Spaß und die Motivation sind aber so groß, dass keiner sich schont. Beim Zirkeltraining sind dann aber doch erste konditionelle Einbrüche zu beobachten. So muss das sein. Nur wer an seine Grenzen geht, kann diese verschieben. Das abschließende Stretching mit Elementen aus dem Yoga ist auch nicht ganz so locker wie es die Sportler macht, tut aber gut.

Das gilt definitiv auch für das Abendessen, welches im Garten der Familie Nguyen eingenommen wird. Das Wetter hält, die chinesischen Gerichte schmecken hervorragend. Die Stimmung ist entsprechend.

Wenig überraschend beginnt der Sonntag mit einem kleinen Regenerationslauf. Der wird auch schon etwas lockerer angegangen als am Vortag. Auf der Matte wird bis zum Mittag gekämpft. Randori in allen Varianten und jeder mit jedem. Es ist schon ein Vergnügen diesem hoch motivierten und technisch versierten Haufen beim Raufen zuzuschauen. Am Ende sind alle ausgepowert und hochzufrieden. Dass Tilman mich sogar bittet das Autofahren zu übernehmen spricht für sich.

 

Fazit: Ein intensives und effektives Trainingslager mit tollen Trainingspartnern. Hier stimmte es nicht nur sportlich. Auch menschlich ist der brandenburgische Landeskader erste Wahl und wir freuen uns darauf, selbst wieder Gastgeber zu sein. Danke Martin, dit haste jut jemacht.