Fighting Team liefert wie bestellt

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Abfahrt im Morgennebel ganz entspannt um acht. Wir durften vorab mit zwei vereinseigenen, und so fühlt es sich auch mitunter an, Kampfrichtern zuhause wiegen. Ich konnte leider erst in Zwickau dazustoßen. Punkteabbau. Witzige Geschichte, wenn man sie erzählt bekommt aber das gehört nicht hierher. Als ich in der Sporthalle in Mosel ankomme, laufen schon die ersten Kämpfe. Entspannte Atmosphäre. Es ahnte allerdings auch noch keiner, dass trotz gerade einmal 67 Teilnehmern erst um halb sechs Schluss sein würde. Leider hatten kurzfristig einige Kampfrichter abgesagt, so dass nur zwei Matten liefen, davon eine bis zum Nachmittag mit Ne Waza. Wenn man aber an der Fighting Matte stand, hatte man durchaus das Gefühl, es ginge zügig voran. Mit Ausnahme unserer beiden Großen, Leo und Patrick, die sich in der flugs zusammengelegten Klasse Senioren -77kg wiederfanden, kamen auch alle recht bald auf die Matte.
Das Fighting Team zeigt Zusammenhalt und bildet Cluster. Unsere 14 Starter verteilen sich auf nur 7 Gewichtsklassen. Neben Leo und Patrick fand sich auch Johanna in einer für sie ungewohnten Klasse wieder, nämlich bei den Jungs. Mit zwei gewonnenen und zwei verlorenen Kämpfen, davon einer etwas unglücklich durch Hansokumake, wurde sie sogar hier noch dritte. Den Titel der sächsischen Meisterin konnten ihr die Jungs natürlich nicht streitig machen. Das Duell unserer beiden Jüngsten konnte diesmal Linus klar für sich entscheiden. Damit erhielt Mario Silber. Mit Ausnahme von Emmy fanden sich unsere Mädels alle in der gleichen Liste wieder. Jana war in Topform, zeigte klare Kombinationen in Part I und ließ sich auch sonst die Butter nicht vom Brot nehmen. Valentine landete vor Vivienne, die sich eigentlich ihren Erkältungsviren geschlagen geben musste. Den Kampf gegen die einzige Gegnerin aus einem anderen Verein gewann sie jedoch trotz verstopfter Nase. Danach war aber buchstäblich die Luft raus. Emmy wie gesagt als einzige ohne interne Konkurrenz auf der Matte, da Melissa leider abgesagt hatte, löste ihre Aufgaben souverän und wurde ebenfalls Landesmeisterin. Stefan, Johannes und Alex starteten mit Pierre Demmler aus Ölsnitz in einer Liste. Stefan hochmotiviert, besiegte Johannes und Pierre, dieser wieder gewann gegen Alex, der sich einzig gegen Stefan durchsetzen konnte und ingesamt ideenlos wirkte. In dieser Gemengelage zählte am Ende die Feinwertung. Stefan wird Sachsenmeister, Johannes erhält Silber während sich Alex hinter Pierre einreihen muss. Vom Eindruck her geht das genau so in Ordnung. Albert und Max kämpften im Doppelpool, konnten sich u.a. gegen Jonas Sachs und Kevin Hackeschmidt aus Kamenz durchsetzen und trafen im Finale aufeinander. Das entschied diesmal Albert recht klar für sich. Damit kamen zwei weitere Medaillen in unsere Sammlung. Bis hier also ein sehr erfolgreicher Wettkampftag, der mir sehr viel Freude bereitet hat. Das Fighting Team hat meine hohen Erwartungen erfüllt und die Stimmung ist entsprechend ausgelassen.
Dann beginnt das Warten und so ganz wohl ist mir bei der zugesagten Einreihung von Leo und Patrick in die Senioren doch nicht. Während Patrick in seinem Pool auf die Jungs der U21 und damit auf seine regulären Gegner trifft, ist Leo mit den beiden Senioren im Pool. Beide alles andere als unerfahren. Jetzt ist mir doch etwas mulmig aber kampflos abzureisen ist auch nichts. Wir beobachten also deren Kampf und besprechen die Taktik. Leos Kopf funktioniert auch unter Stress, das weiß ich. Leider funktioniert auf Matte 2 auch die Anzeige nicht richtig. Die Zeit nehme ich deshalb auf dem Telefon. Wer taktisch kämpfen will muss wissen, wo er steht, auch zeitlich. Der erste Kampf endet, obschon 14:0 gewonnen, unglücklich. Leo kontert einen verunglückten Uchi Mata und sein Gegner fällt, wohl weil er nicht fallen will, so unglücklich auf die Hand, dass es ihm den Ellbogen aus der Pfanne schiebt. Wir hoffen, dass seine Bänder heil geblieben sind und wünschen gute Besserung. Patrick kann ebenfalls einen Kampf für sich entscheiden, verliert den zweiten und ist damit Dritter. Leo tritt als nächstes gegen André Ginter, einen recht erfahrenen Kämpfer vom PSV Kamenz, an. Er lässt sich dessen Kampf nicht aufzwingen, erreicht einen kleinen Punktvorsprung und kann diesen in einem kraftraubenden Kampf über die volle Distanz verteidigen. Dass meine Laune als Trainer und Vater danach deutlich besser war als die von André ist verständlich. Das anschließende ist wesentlich leichter und Leos Sieg auch entsprechend  deutlicher.

Mein deutlich formulierter Wunsch, sich die Plätze auf dem Treppchen nur von Vereinskameraden streitig machen zu lassen wurde abgesehen von einer Bronzemedaille erfüllt. Einmal mehr hat das Fighting Team geliefert und seinen Trainer stolz gemacht.

 

Die Schönen und das Biest

 

Hübsche Töchter machen ihren Vätern nicht nur Freude. Nein, sie machen ihnen auch große Sorgen. Und so schwelte der Gedanke an einen Frau SV Kurs schon lange. Der zündende Funke kam dann von Franziska Seidel, die solche Lehrgänge regelmäßig gibt und mit ihrem Konzept zu uns kam.
Obschon im Vorfeld immer wieder Interesse signalisiert wurde, war die Zahl der Anmeldung äußerst spärlich (Danke Anke). Mir war also durchaus etwas mulmig. Schließlich sollte ich der Böse sein und hatte Angst, meine Opfer im weitgehend leeren Dojo trotz Erkältung nur mit großer Laufleistung zu erhaschen. Es waren dann aber doch 8 Mädchen und Frauen, die , vielleicht auch angelockt von dem Versprechen mich verhauen zu dürfen, in die Sporthalle gekommen waren.
Und das taten sie dann auch. Der Tag war unterteilt in einige theoretische Einheiten zu Fallstatistiken, Rechtslage und Psychologie sowie einen Großteil praktischer Übungen. Die Mädels mussten sich alle erst mal an den Gedanken gewöhnen, dass man in einer prekären Situation weder besonders höflich noch allzu zimperlich sein braucht. Aber mit der Zeit machte es ihnen sichtbar Freude. Und spätestens als der schwarze Mann kam, so heißt der Schutzanzug, der den Trainingsbösewicht vor ernsten Schäden schützen soll, wechselten die Rollen und der Jäger wurde zum Gejagten.
Letztlich hatten wir alle trotz des ernsten Hintergrundes eine Menge Spaß. Sicher werden wir auch künftig Kursangebote für Frauen machen. Die dann allerdings in Form von mehrwöchigen Abendkursen. Und sicher werde ich mich auch da wieder bereitwillig verhauen lassen. Aber Mädels, nur da!

XVIII er Pokal des Präsidenten

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Pflichtveranstaltung. Der Pokal wird von Jahr zu Jahr attraktiver. Das Niveau steigt. Wer hier besteht, der kann sich so ziemlich überall sehen lassen. Ein solches Turnier direkt vor der Haustür ist ein Glücksfall. 266 Teilnehmer, 50 Vereine aus ganz Deutschland, Österreich und den Niederlanden sprechen für sich.
Waage am Vorabend. Bei 15 km Anfahrt kein Problem. Am Samstag vibriert die Halle. Vier Matten sind für die Teilnehmerzahl fast schon knapp aber die Sportfreunde aus Zeitz sind routiniert und erstklassig vernetzt. Es läuft.
Wir haben ein paar Ausfälle sind aber mit 14 Startern ein ganz ansehnliches Team. Trotz der großen Teilnehmerzahl sind einige Klassen unterbesetzt und es kommt zu Zusammenlegungen. So findet sich Patrick bei den Senioren -77Kg wieder, wo er nicht wirklich etwas auszurichten vermag. In Leos Klasse, die ohnehin ausnehmend gute Kämpfer aufzuweisen hatte, fand sich der U21 Weltmeister im Schwergewicht und brachte ein Plus von 20 Kg mit. Leo war zwar taktisch gut eingestellt und konnte in kurzer Zeit mit Ippon in Part I und II in Führung gehen, in der III war der Unterschied dann doch zu groß und über die lange Distanz war der Vorsprung nicht zu retten. Teuer verkauft aber am Ende waren die anderen eben doch besser.
Unsere Kämpfer hatten alle gut zu tun und in keiner Klasse fehlte es an erfahrenen Kämpfern. Dennoch konnten sich einige von uns sehr gut durchsetzen. Johanna konnte in ihrem zweiten Wettkampf wieder Gold einsammeln und ist sicher ein ganz vielversprechendes Talent. Linus Goldmedaille ist genauso erfreulich, wenn auch weit weniger überraschend. Überrascht war ich dann schon eher von Valentine, die schon in ihrer Körpersprache klar machte, dass dies ihr Tag werden sollte. Sie kämpfte aufrecht, klar und konsequent und konnte ebenfalls Gold nach hause tragen. Mario und Vivi erkämpften Bronze und damit Plätze auf dem Treppchen.
Damit war der SV Groitzsch 6. in der Mannschaftswertung. Das ist ein sehr respektables Ergebnis mit dem wir hoch zufrieden sind.