Nikolaus-Nachwuchsturnier

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„Wie wäre es, wenn wir einen kleinen Wettkampf für unseren Nachwuchs machten?“, fragt mein Großer. „So mit ein paar Spielen, ein bisschen Bespaßung und einem kleinen Wettkampf vielleicht“. Tolle Idee, Großer. Aber nicht so leicht wie es klingt.

Kurzerhand zückt Tilman einen etwas zerfledderten Zettel und skizziert, wie er sich das vorstellt. Dann ein Blick in den Kalender, er hat uns längst eingefangen mit seinem Elan, und schon ist ein Termin gefunden. Aufgaben werden verteilt. Der Zettel füllt sich, und mit ihm meine stolze Vaterbrust.

Wie es wäre? Klasse war’s! Das gesamte Fighting Team verlud die Matten und half beim Aufbau in der alten Sporthalle. Als gegen zwei die Kinder einliefen fehlte es an nichts. Noch schnell angetreten, die Teams eingeteilt und los geht’s.

Kissenschlacht auf der Bank. Das ist natürlich eine Riesengaudi. Zugleich zeigen sich Bewegungsmuster, Ideenreichtum und Gleichgewichtssinn. Einige Duelle dauern dann auch deutlich länger als erwartet. Kein Problem. Der Zeremonienmeister hat’s im Griff.

Leo erläutert den Kastenbumerang, bleibt nicht stecken und leitet souverän das Spiel. Dass er sich während des ganzen Abends nicht von seinem Nikolauskostüm, wohl aber später von seiner langen Hose trennt scheint seiner Autorität nicht zu schaden. Das Kostüm setzt Maßstäbe und ich werde aufgefordert mich demnächst mal ähnlich zu präsentieren. Wie genau sich die Damen das vorstellen, lässt sich an ihrem verschmitzten Lächeln nur bedingt ablesen. Aber dieser Nachmittag gehört unseren Jüngsten.

Zum Schluss die Wettkämpfe. Technischer Vergleichskampf. Bewertet werden Kampfgeist, Technik und Effektivität. Ganz erstaunlich, was einige da schon zu bieten haben.

Wessen Gruppe nicht am Start ist, der spielt unterdessen Unihock. Langeweile kommt nicht auf.

Während die Siegerehrung vorbereitet wird, können alle Beteiligten das Buffet im Vorraum plündern. Die Eltern hatten mehr als reichlich mitgebracht. Dann gab es Medaillen und Nikoläuse. Bälle und Matten waren freigegeben. Noch mal ordentlich austoben und dann ab nach hause.

Moment. Das gilt natürlich nur für die Kleinen und ihre Begleiter. Der Rest packt ordentlich mit an und im Nu ist die Halle wieder sauber und die Matten an ihrem Platz.

Für mich war das ein durchweg gelungener Nachmittag, der zeigt, dass der Teamgeist in unserer Sektion genau so ist, wie er sein soll. Danke auch dafür an Tilman und alle anderen, die mitgemacht haben.

Gemeinsames Trainingslager BBg, SA, SN

Geschafft

Nimmt man die Zeit von der Idee bis zur Ausführung als Maßstab, dann ist die Zeit für dieses Projekt wohl endlich reif gewesen. Mehrere Landeskader der Gruppe Ost finden sich zu einem gemeinsamen Trainingslager zusammen. Die Vorbehalte sind ausgeräumt, die Vorteile überwiegen. Seit langem schon versichern sich die Landestrainer gegenseitig ihres Interesses. Dann, am Rande der German Open in Hohenmölsen, kam endlich Butter bei die Fisch. Maik Poser machte den Vorstoß und diesmal ging alles ganz schnell. Das Wochenende um den ersten Advent sollte es werden. Trainingspläne, Halle, Matten, Unterkunft, Verpflegung, Anreise, es ist schon einiges zu tun, ehe angegrüßt werden kann.

Freitagabend ging es endlich los. Teilnehmer aus Brandenburg, Sachsen Anhalt und Sachsen standen auf der Matte. Karate bei André Beck. Der war Europameister und über zehn Jahre Mitglied der Nationalmannschaft. Einfache Techniken auf höchstem Niveau war das Ziel. Ein wirklich effektiver Fauststoß in Angriff und Verteidigung ist so einfach eben doch nicht und nach Andrés Einheit brannte so mancher Oberschenkel und manches Bewegungsmuster musste in Frage gestellt werden. Tolle Eröffnung. Am Abend stieß der frischgebackene Juniorenweltmeister Jaschar Salmanow noch zu uns und hatte Filmmaterial von der WM dabei, perfekte Abendunterhaltung für junge Leistungssportler.

Um halb acht beginnt der lange Samstag mit einem lockeren Lauf. Die Begeisterung ist zwar nicht bei allen spontan zu spüren aber alle machen ohne Murren mit. Nach dem Frühstück noch mal Part I, Schnellkraft und Distanz sind Schwerpunkte. Wieder geht es darum, Basistechniken auf bestes Niveau zu bringen. Im Part I wird nicht gezaubert sondern pünktlich und korrekt geliefert.

Der Nachmittag gehört Part II. Neben Trainingsmethoden zur Verbesserung der Durchsetzungskraft geht es vor allem um Übergänge in Verbindung mit Aushebern und Abtauchern. Das kostet Kraft. Die kann beim Abendessen wieder aufgefüllt werden. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an meine Frau, die uns das ganze Wochenende verpflegt und bekocht hat.

Im Anschluss noch ein bisschen Trainingslehre. Wer etwas erreichen will, braucht einen Plan.

Während einige Teilnehmer ganz froh waren, als sie endlich im Dojo in Ruhe einen Film schauen und schlafen konnten, ließen es sich die anderen nicht nehmen, Silvio Klawonn zum 50ten zu gratulieren und sein Buffet zu plündern.

Der Regenerationslauf am Sonntagmorgen lief tatsächlich schon wesentlich entspannter. Das lag sicher nicht nur an den Erläuterungen des Vorabends sondern vielmehr an dem echten Bedürfnis nach Regeneration. Nach dem Frühstück ging es dann in den Boden. Das ist immer eine gute Gelegenheit, noch mal so richtig Kraft abzulassen. Zum Abschluss gab es noch etwas Zeit, alles noch einmal zu rekapitulieren.

Mein persönliches Résumé: Ein rundum gelungenes Trainingswochenende mit hoch motivierten Teilnehmern. Das  Konzept geht auf. Andere Trainingspartner, mehr und andere Trainer, tolle Atmosphäre. So können sich die Athleten gemeinsam auf das nächste Level heben. Fortsetzung folgt.