Nikolaustunier Zittau 2012

Von Tilman

Morgens sieben Uhr in der Kälte des mitteleuropäischen Winters. Ein toller Anfang für einen Sonntag. Schnell noch die Pässe aus der Halle holen und auf geht’s. Denkste! Sämtliche unsere Transponder funktionieren erst ab acht. Ingo bleibt da um zu warten, der Rest bricht Richtung Zittau auf. Umgeben von unbewohnten Häusern und einer leerstehenden Kaserne die Halle: ein bisschen klein für den Wettkampf aber zum Training super, zwei dauerhaft liegende Wettkampfflächen ein Kraftraum und eine Sauna.

Volker gibt im Rahmen seiner Trainer C Leistungssportausbildung den Kampfrichter. Damit fehlt unser wichtigster und bester Coach und wir haben einen halbwegs guten Kari gegen uns aber wir werden mit dem Personalmangel fertig. Albert und ich betreuen alle unsere Kämpfer. Nach einigem Hin und Her mit den Kampfklassen geht es los. Und gleich beginnen die gewohnten Schwierigkeiten mit Ju-Jutsu Web.

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Linus kann Franz Haferkorn werfen

Linus und Mario, nach Listen korrekt angezogen, nur der Computer will es andersherum und lässt nicht mit sich reden. Da hilft nichts: Farben wechseln. In der Klasse wird Linus nach schönen Kämpfen gegen Mario und Franz Haferkorn Erster. Mario unterliegt Linus und Franz leider obwohl er gut kämpft. Der vierte Kämpfer der Klasse gibt nach dem Kampf gegen Linus die anderen beiden Kämpfe auf. Schade, Mario hätte auch so gewonnen. Von da an läuft es gut durch. Viele Klassen sind dank der Organisation gut gefüllt und passen auch zusammen. Bei nur vierzig Teilnehmern eine echte Leistung. Spitze Mü! Einige wenige waren nur zu zweit in ihrer Klasse. Hin- und Rückkampf sind trotzdem zwei Kämpfe also ausreichend. Einziges Problem: Auch hier kann der Computer nicht überzeugt werden beide Kämpfe mit den gleichen Farben durchzuführen, also müssen der Ein oder Andere zwischen den Kämpfen andere Schützer anziehen. So ergeht es auch Jana und Valentine. Sie kämpften zweimal gegeneinander. Jana gewinnt souverän aber Valentine schlägt sich nicht schlecht.

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Albert kämpft im Part 1

Auch Albert hat nur einen Gegner: Mathias Rudolf. Beide sind sehr gute Kämpfer und zurecht im Kader. Die spannendste Paarung des Turniers. Albert verschläft die erste Minute und kann Mathias Vorsprung nicht mehr aufholen. Der Kampf findet zu großen Teilen im Boden statt: Alberts Spezialgebiet aber auch Mathias weiß sich im Boden zu helfen. Nach drei Minuten der verdiente Sieg von Mathias. Schade aber nicht zu ändern. Bleibt noch der Rückkampf. Albert, dieses mal voll wach, hält gut gegen und es fallen kaum Punkte. Wieder gehen die beiden oft und lange in den Boden. Kurz vor Schluss erringt Albert sich die Festhalte und damit zwei Punkte Vorsprung 10 Sekunden vor Schluss. Taktisch vollkommen korrekt geht Albert in den Part 2 und sperrt. Doch dann: Tomeonage von Mathias, Ippon, Gleichstand. Mit Eisernem Willen geht Albert in die Verlängerung. Da er den Part 1 nicht für sich entscheiden kann geht er wieder in den Boden und erarbeitet sich eine Halte und wenn Albert einmal eine Halte hat, gibt es kein Entkommen. Dieses mal lässt er sich den Vorsprung nicht nehmen. Sieg für Albert nacht 4 nervenzerreißenden Minuten, sein Kampf ist das Highlight des Tages, eine super Leistung von Albert. Auch Emily ist in einer solchen Zweiergruppe. Sie gewinnt beide Kämpfe souverän wenn auch nicht immer technisch schön. Ihre Schwester Vivienne wird eine Klasse abgestuft. Kein Thema: zwei Siege, erster Platz, leider alleine auf dem Treppchen. Alex einziger Gegner hat bei weitem noch nicht so viele Wettkämpfe gemeistert und dementsprechend zwei Pflichtsiege die Alex auch sauber einfährt. Johannes ist nicht immer so kontinuierlich im Training und auch im Kampf, wie man sich das wünschen würde aber dieses Mal bringt er seine Kämpfe sehr gut nach Hause.

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Tilman trifft mehrfach im Part 1 kann aber den Ippon nicht erlangen

Bleibe zum Schluss noch ich  übrig. Zwei Gegner in meiner Klasse. Die Sumos unter sich. Halb beim coachen sehe ich mir den Kampf meiner beiden Gegner an. Ist in Ordnung aber nichts womit man nicht fertig wird. Der erste Kampf: Full Ippon unter einer Minute, der zweite deutlich schwerer. Der Ippon Part 2 gelingt mir schnell aber dann komme ich nur schwer weiter. Nach einem eher schmutzigen Take-Down gehe ich in die Halte und sichere mir auch diesen Ippon. Aber im Part 1 will es mir nicht gelingen den Kampf für mich zu entscheiden auch wenn ich meiner Meinung nach einige schöne Fußstöße seitwärts treffe. Zu allem Überfluss gerate ich noch in die Festhalte meines Gegners. Nach 5 Sekunden ist klar: Da komme ich nicht mehr raus. Ich ruhe mich 10 Sekunden aus. Jetzt muss der Part 1 einfach klappen. Ich bekomme immer noch keinen Ippon also fange ich an härter zu attackieren. Schließlich erhalte ich das hart erkämpfte Full Ippon. Meinem Gegner Sandor kann ich nur sagen: Respekt, gut gekämpft, das war echt schwer. Zur Siegerehrung gibt es Medaillen, Urkunden und ,ganz wichtig, Schokolade vom Nikolaus. Die Rückfahrt wird durch das Schneetreiben um Dresden stark erschwert aber nach einem Halt bei Maces kommen wir sicher durch.

Zum Schluss die Statistik: 4 Vereine waren da, 40 Kämpfer haben teilgenommen, 10 Kämpfer hatten wir dabei, 2 Kämpfe gegen andere Vereine haben wir abgegeben und somit 7 erste, 2 zweite und einen dritten Platz erkämpft. Damit haben wir unseren Ruf als das beste Fighting Team im Bereich Jugend in ganz Sachsen erneut bestätigt. Ein toller und erfolgreicher Wettkampftag.

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Emily kämpft mit den Schrei einer Walküre

Kaderlehrgang Q4

Am ersten Novemberwochenende war mal wieder die Zeit reif für ein gemeinsames Training des Landeskaders. Lange vorbereitet, schnell über den Haufen geworfen. Mein Referent, Maik Poser, hatte sich bei den ADH verletzt und musste kurzfristig absagen. So schnell war auch keine Alternative für den Part III zu haben, also zwei Tage Part I. Kein Problem, ist ein weites Feld.

Gleich zu Beginn eine Einheit Schnellkrafttraining zur Einstimmung. Die Groitzscher kennen das zwar schon. Einfacher wird es dadurch nicht. Aber alle waren ordentlich warm und für den Lehrgang richtig eingestimmt. Anschliessend ging es um Raumeinteilung in verschiedensten Varianten. Klare Grundtechniken verbunden mit Bewegungslehre für den Wettkampf. Auch nicht alles neu. Kann man gar nicht oft genug machen.  Am nächsten Morgen ging es dann um das richtige Timing in Angriff und Konter. Auch hier ging es nicht um ausgefallene Technik, sondern um ein gutes Auge und schnelle, präzise Reaktionen. Am nachmittag wurden dann doch noch ein paar Dreh- und Sprungkicks eingeübt. Zum Abschluss folgten noch Auftragsrandoris um das Erlernte „auf den Boden zu bringen“.

Berechtigte Kritik, das Randori zum Schluss ist nicht ideal. Die Luft ist doch schon ganz schön raus. Angehört, nachgedacht, das nächste Mal machen wir es anders. Am 12. und 13. Januar wird uns Mourad Benabdallah im Part III unterrichten und die Randoris kommen kurz ans Ende jeder Einheit.