Thüringer Herbstturnier 2012

6:00 Uhr Treffen vor dem Dojo. Viel zu früh, selbst schuld. Immerhin alle pünktlich. Die Fahrt läuft reibungslos und erstaunlich ruhig, nicht nur auf der Straße. Die Waage ist noch gar nicht auf, wirklich etwas früh. Aber dann füllt es sich allmählich und es kommt Leben in die Halle. Am Ende werden sich 133 Wettkämpfer aus sieben Bundesländern im Fighting gegenübergestanden haben, siebzehn davon aus Groitzsch.

Der Anfang verzögert sich etwas. Sind wohl nicht alle so früh aufgestanden. Dann läuft es aber auf vier Matten zügig durch. Alex ist bei den ersten, hat in seinem Pool keine Schwierigkeiten. Das Finale ist dann doch fordernd. Gut gelöst: erstes Gold des Tages. Wird auch nicht viel mehr heute, was für das Niveau der Veranstaltung spricht.  Dann geht es Schlag auf Schlag und wir sind eigentlich ständig auf mehreren Matten im Einsatz. Vivienne und Emily brauchen noch einen Weckservice. Das erledigen Ihre Gegnerinnen gerne. Aber dann läuft es und Emily eröffnet ihre Wettkampfkarriere gleich mit Silber. Ebenso Tilman hinter Robert Westphal aus Bernau. Das kriegen wir noch. Tim schwer in Form, auch Silber, vor Nils und Roy, die dritte Plätze belegen. Albert teilt seinen Dritten in einem starken Feld mit Keno Heinrich aus Berlin, Respekt! Mario und Linus allein in ihrer Klasse bieten keine Überraschung. Bei Jana entscheidet am Ende die Mathematik und es wird „nur“ Silber. Das geht in Ordnung. Leo leider krank, müssen wir zurückziehen. Der Rest unter seinen Möglichkeiten. Das THT ist eine gute Standortbestimmung nach den Ferien und zeigt, wo es noch klemmt.

Ach ja, einen Pokal gab es auch noch. Zum zehnten Geburtstag hatte Leinefelde erstmals für die besten fünf Mannschaften einen Pokal ausgelobt. Das hat gerade noch geklappt und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Landeskaderlehrgang Q3/2012

Bert und Christian sind schon da, als ich komme um unser Dojo aufzuschließen. Auch die externen Teilnehmer warten bereits vor der Halle. Zehn Stunden an zwei Tagen haben wir uns vorgenommen. In dieser Zeit wollen wir uns mit vier wettkampftauglichen Würfen in zahlreichen Varianten beschäftigen. Das ist ehrgeizig aber wenn sich der Landeskader trifft, ist Ehrgeiz selbstverständlich. Die Vorbereitungen liefen reibungslos. Neben einem minutiösen Zeitplan liegt auch für jeden Teilnehmer ein kurzes Video bereit, das im Heimtraining an die Techniken und Übungsformen erinnern wird.

Angrüßen, kurze Einführung in den Lehrgang, Punkt Zwei geht es los. Als erstes steht ein Klassiker auf dem Programm, Seoi Nage. In dieser Trainingsgruppe kein Problem, alle vorgesehenen Varianten können gezeigt und geübt werden. So wird es auch bleiben Bei häufig wechselnden Übungsformen vergeht die Zeit schnell und man spürt kaum, wie viel Kraft das Üben kostet. Das soll sich noch ändern.

Anschließend zeigt Bert Wöllner , was ihm zu Ko Uchi Makki Komi eingefallen ist. Das Warm Up ist motorisch anspruchsvoll, der Wurf fällt nachher um so leichter. Perfekt.

Die letzte Einheit des Tages folgt. Im Randori sollen die Techniken erprobt und gefestigt werden. Das schlaucht noch mal so richtig. So soll es sein.

Gemeinsames Abendessen im Garten.. Leonard hat Penne Arabiata vorbereitet. Der Schärfegrad wird unterschiedlich bewertet, ist aber, da ist man sich einig, wettkampftauglich. Da es Sonntagmorgen um Neun weitergeht, wird der Abend nicht allzu lang.

Wie schon am Vortag darf ich die erste Einheit leiten. Mein Lieblingswurf Sumi Gaechi. Da betreten einige Neuland aber die Lerngeschwindigkeit ist beeindruckend. So bleibt Zeit für ein Zirkeltraining, auch das gehört zu meinen Favoriten weil hier Kraft, Koordination und Ausdauer kompakt trainiert werden können.

Bert leitet nach der Pause mit Capoeira auf den nächsten Wurf hin. Darauf war ich schon gespannt, zu Recht. Die Bewegungen sind anspruchsvoll und sehen längst nicht bei allen so elegant und fließend aus wie bei Bert. Zum Glück haben wir keine Spiegel und so freue ich mich daran, zumindest den Ablauf nachvollziehen zu können. Die Jungs haben auch mit sich selbst zu tun und so hält sich der Spott im üblichen Rahmen. Spaß macht es allemal.

Und wieder zeigt sich, dass die Technik, Tani Otoshi ist der letzte im Reigen, danach vergleichsweise leicht fällt.

Die Kraft lässt nun aber doch bei allen spürbar nach. Auch ich bin inzwischen kompromissbereit und so sind wir uns schnell einig, dass die Wiederholung zur Festigung sein muss, auf ein abschließendes Randori aber verzichtet werden kann.

Am Ende sind es also nur neun Stunden geworden und ich bin dennoch sehr zufrieden.